"Trinkglücksrad", Langstrassenunterführung 2016 (c) Kultik

Gemeinderatswahlen 2018

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Bald stehen die Gemeinderatswahlen in Zürich wieder an, 125 Sitze werden in 9 Wahlkreisen neu verteilt und ich habe keine Ahnung von nichts und niemandem. Aber man will ja informierter Bürger sein, vor allem nach dem Jahr der politischen Tumulte, in dem alle eine Meinung, aber die wenigsten fundierte Argumente dazu hatten. Die Politik der Gefühle und Ängste ist temporär sehr wirkungsvoll, aber wenig nachhaltig; gut recherchierte Informationen sind da beständiger. Und wer mitreden und gestalten will, muss wissen, worum es geht.

Bloss, wer hat neben Arbeit, Familie, Schlaf und Netflix schon Zeit, sich durch die ganzen Vorstösse der einzelnen Gemeinderäte zu wühlen, um sich ein Bild von deren Arbeit zu machen? Wenigschläfer und Allesleser; ich also. Ich weiss nicht, welche Gedankensprünge dazu geführt haben, dass ich mich einige Nächte lang durch die meisten Beschlüsse, Vorstösse, Anträge und dergleichen der letzten zwei, drei Jahre gelesen habe, aber ich habe es getan. Wenn wo Worte stehen, werden diese gelesen, ob’s dabei nun um Starter für Leuchtstoffröhren geht (meine Küche lag im Dunkeln…) oder über die Asylpolitik der Stadt Zürich, egal, alle Info kann irgendwann irgendwie weiterverwertet werden. Und so nebenbei, falls ihr einen neuen Starter oder gar eine neue Röhre braucht, geht zu Pusterla bei der Bäckeranlage im Kreis 4. Die Menschen da sind sehr hilfsbereit und freundlich und die kleinen Quartierläden brauchen jede Unterstützung, die sie kriegen können. Finanziell, aber auch politisch. Stichwort Kaimug-Box der Migros an der Langstrasse, aber das ist ein anderes Thema. Wer mehr dazu wissen will, weshalb Peter+Vreni nach über 40 Jahren ihren allseits beliebten Schuhladen verkleinern müssen, kann sich beim Forum 5im5i einlesen. Die anarchistische Bibliothek „Fermento“ muss nach grossen Investitionen in die Renovierung ihres Lokals nebenan sogar ganz ausziehen, weil sie den neuen Mietzins nicht mehr zahlen können. Nach nicht mal einem Jahr drin. Super.

Die Erkenntnisse aus nächtelangem Klicken und Scrollen (und es gab viele davon, lustige, traurige, unverständliche und auch langweilige) haben geholfen herauszufinden, welcher Gemeinderat sich wofür eingesetzt hat, welche sich vor allem über Dinge beschwert, selber aber wenig angestossen haben und welche einfach nur dasitzen und Däumchen drehen. Deshalb hier der Beginn der Serie „Trouvaillen aus dem Gemeinderat“, in der die einzelnen Kandidaten und ihr Umgang mit der verantwortungsvollen Position, für die sie vom Volk gewählt wurden, genauer unter die Lupe genommen werden. Besonders jene, die sich wiederwählen lassen möchten. Was haben sie bisher geleistet? Wofür haben sie sich eingesetzt? Sollen sie nochmals dürfen? Wer Motzern Paroli bieten und sie zum Abstimmen animieren will, muss wissen, wie, und hier findet ihr die Munition dazu. Ladet eure Hirne und geht bei der allabendlichen Bierrunde auf Stimmenfang. Bloss hört nach 3 Bier auf, sonst enden Freundschaften im versufften Streit, denn ob man nun will oder nicht, die Emotionen sind immer dabei und wiegeln mit und auf. Drum Proscht und Obacht.

Das Bild oben stammt übrigens von einem „Trinkglücksrad“, das irgendwann 2016 an der Wand der Langstrassenunterführung angebracht war. Lasst euch inspirieren und sucht euch ’ne Bar aus für die Diskussionen.

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