Foto | Hannah Modigh – Hillbilly Heroin, Honey

Swedish, b.1980

Website: hannahmodigh.se

Insta: @hannahmodigh

Series „Hillbilly Heroin, Honey“ (2006)

Artists Statement: „The photos were shot in a dying coal-mining town called St Charles, situated in the beautiful Appalachian Mountains in the USA, hidden by the fog. The mines have been closed down, one by one, and with them work opportunities needed for the survival of the community have disappeared. The use of OxyContin, a painkiller that has the side effect of killing all feelings, is more common in St Charles than anywhere else in the USA (according to local press at that time 2006). The drug is locally called “hillbilly heroin”. If consumed in big quantities, its effects are reminiscent of those caused by heroine.“

Die Sackler Familie, verantwortlich für die Herstellung und den aggressiven Vertrieb von OxyContin, hat bereits 2008 begonnen, sich vermehrt äusserst grosszügige Löhne und Boni auszubezahlen, weil abzusehen war, dass bald grössere Strafzahlungen wegen irreführenden Marketings vor Gericht erstritten werden würden. In weiser Voraussicht haben sie sich selbst in den letzten neun Jahren so über 10 Milliarden Dollar ausbezahlt. Auf den Anstrich als soziale Wohltäter wurde komplett verzichtet, wer so gierig mit solchen Produkten handelt, möchte vielleicht eher die Erhabenheit der Kunst, um sich weiter zu profilieren und spendet an Museen statt an Krankenhäuser; das wäre vielleicht auch ein zu direktes Lachen ins Gesicht der Gesellschaft gewesen. Also wurden sie bei in- und ausländischen Museen als wohlwollende Mäzene vorstellig und haben unter anderem auch den Louvre in Paris reich beschenkt. Dieser hat letzten Sommer endlich, nach andauernden Protesten, den Namen der Familie entfernt oder – wo ein Abschrauben der Namenstafeln nicht möglich war – einfach überklebt hat, Ästhetik sei für einmal Wurst. Man nimmt das Geld gerne, solange keiner nach der Herkunft fragt, nicht wahr; wer sagt schon Nein zu ein paar Millionen. Und erst wenn der gesellschaftliche Aufschrei zu laut und störend wird, entdeckt man auf einmal doch noch ein Gewissen, hui nei, wir wussten nicht, dass das so schlimm ist mit denen, wir wussten einfach nicht Bescheid! Die angebliche Naivität der sich mit den Diplomas der teuersten Universitäten schmückenden Galeristen und Museumsdirektoren ist ein sozialperformatives Trauerspiel. Mal naiv, mal intelligent, die „Kompetenz“ dieser Herren schwankt wie sonst nur der Börsenkurs eines völlig überschätzten Unternehmens.

Nachtrag: Und jetzt sind sie in die Schweiz gezogen. Na wunderbar. Hier werden sie ihre Ruhe haben, auch in der Schweiz fragt keiner, wo das Geld herkommt, solange man denn genug davon hat.

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