Installation | Cruder & LaPenta

Gigantische Plastikbecher, -röhrchen, -flaschen, alles, was unseren Alltag praktisch und leicht macht, wird gross aufgeblasen und dort aufgestellt, wo es am meisten konsumiert und auch weggeworfen wird. Auf öffentlichen Stadtflächen, in riesigen Shopping Centern, überall da, wo sich viele hastige und bereitwillig konsumierende Menschen tummeln. Cruder & LaPenta bringen den Plastik gross heraus, um uns vor Augen zu führen, dass unser alltäglicher Verbrauch verschwenderisch und ökologischer Wahnsinn ist. Wir nahmen das bisher leider selten wahr, weil dieser Abfall in andere Länder verschifft wird, die sich dann mit den Konsequenzen dieses langlebigen und umweltverschmutzenden Materials rumschlagen müssen. Bis China sich geweigert hat, den Grossteil des Mülls weiter aufzunehmen, nun schauen auf einmal alle hin. China ist übrigens auch das erste Land, dass neu Plastikeinwegprodukte verbietet, kein Wunder, wer den meisten Müll abkriegt, merkt auch als erster, dass es so nicht weitergehen kann. Es tut sich anscheinend langsam was. Aber Europa schifft den Müll nun einfach nach Südostasien.

Das Künstlerduo Cruder & LaPenta geht einen anderen Weg, um unser Bewusstsein für dieses Problem zu wecken und legt uns sehr anschaulich unseren Müll so quasi vor die Füsse und erst noch in einer Grösse, die man nicht ignorieren kann. Die Plastikinstallationen zeigen genau jene Plastikeinwegprodukte, die neu in China verboten wurden, Dinge, die wir bloss einmal benutzen und dann wegwerfen, weil es sehr bequem und vor allem günstig ist. Das Leben im Westen ist schliesslich stressig, sehr, vielleicht sogar zu sehr. Wir sind zu gestresst, um immer daran zu denken, die eigene Trinkflasche mitzunehmen, zu gestresst, um über Mittag im Restaurant zu essen, das ginge auch zu sehr ins Geld, wer kann sich das heute schon leisten. Wir sind auch morgens und abends zu müde oder zu gestresst, um Essen vorzubereiten, deswegen kaufen wir es abgepackt und zugeklebt. Salate in Plastikboxen und Sandwiches in Plastiktüten, es wird auch kaum anderes angeboten, Plastik ist immer noch das billigste Verpackungsmaterial. Da muss man Verständnis haben dafür, für unser stressiges Leben, in dem wir vor allem Geld verdienen müssen, um es gleich wieder dafür auszugeben, das Leben einfacher und bequemer zu machen; man muss Verständnis haben dafür, dass es bitte auch günstig sein muss, vor allem für die Konsumenten, klar, das hören wir ja oft genug, aber vor allem wollen es die Produzenten günstig herstellen können, Profit schlägt man schliesslich nicht aus nichts heraus. Das einzige, was zählt, sind tiefste Kosten und höchstmöglicher Gewinn.

Und so stopfen wir uns das Leben weiter voll mit vielen leichten und günstigen Dingen, die dann irgendwann auch alles mögliche verstopfen, Fische, Vögel, Flüsse, Meere, bloss sehen wir nicht, welchen Müll wir wirklich produzieren und dass wir vielleicht nicht nur die Natur, sondern auch uns selber unnötig zustopfen.

Alle Bilder (c) Cruder&LaPenta und azure.com

Kurzes Video zur Installation:

Und ein sehr sehenswerter Dokumentarfilm zum Thema Plastikverschmutzung in den Ozeanen:

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